BEGEGNUNG MIT DEN ALEVITEN – TEIL 3 “MUHARREM FASTEN UND ASURE”

BEGEGNUNG MIT DEN ALEVITEN III:
GEDENKMONAT MUHARREM – FASTEN UND AŞURE BEI DEN ALEVITEN

Dialog und Austausch bilden die wichtigsten Bausteine für eine gelungene Integration. Das religiöse Dialogprojekt „Begegnung mit den Aleviten“ wurde ins Leben gerufen, um ein gegenseitiges Kennen Lernen zu ermöglichen und damit die Basis für ein harmonisches Miteinander zu schaffen.

Zu den Hauptzielen des Projektes gehört die Zusammenkunft mit Menschen unterschiedlicher Religionen, um sich mit ihnen auszutauschen und Gemeinsamkeiten zu entdecken. Des Weiteren wollen wir Vorurteilen und Halbwissen durch gezielte Aufklärung entgegenwirken und damit ein Zeichen für Kommunikation, Austausch und Begegnung setzen.

Aufgrund der regen Teilnahme und des großen Interesses von Seiten unserer österreichischen MitbürgerInnen, das den ersten beiden Teilen des Projektes entgegengebracht wurde, veranstalteten wir am 09.12.2011 den dritten Teil dieser Vortragsreihe.

Auch diesmal fanden sich viele Gäste aus den verschiedensten Bereichen bei uns ein, unter anderem VertreterInnen der hohen Geistlichkeit, der Politik, der Medien und der Bildungseinrichtungen.

Es war uns wieder eine große Freude, zahlreiche Ehrengäste begrüßen zu dürfen, darunter Mag. Sedat Korkmaz, Rechtsanwalt und alevitischer Geistlicher aus Mannheim, die Geistlichen Ali Cemal Güler und Hüseyin Aksoy (Vertreter der IAGÖ Tirol), IAGÖ-Vorstandsvorsitzender Kazım Gülfırat, IAGÖ-Pressesprecher Rıza Sarı, Bischof Manfred Scheuer (Diözese Innsbruck), Stadträtin Mag. Sonja Pitscheider, Stadträtin Dr. Maria-Luise Pokorny-Reitter, Gemeinderätin Dr. Ursula Waibel, Gemeinderätin Mag. Gerti Mayr, Gemeinderat Mag. Gerhard Fritz, Ass.-Prof. Mag. Dr. Meixner (Vizerektor für Personal der Universität Innsbruck), O.Univ.-Prof. Dr. Matthias Scharer (Institutsleiter Praktische Theologie, Universität Innsbruck), tit.ao.Univ.Prof. Dr. Peter Stöger (Lehrbeauftragter am Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Innsbruck) sowie Dietmar „Didi“ Constantini, früherer Trainer der österreichischen Nationalmannschaft.

Die Veranstaltung wurde mit einer Mersiye eröffnet, einem Trauerlied in Erinnerung an Imam Hüseyin und sein Gefolge, die in Kerbela ums Leben kamen; dargebracht von Hakan Erdoğan und Ali Rıza Çakmak. Wie üblich wurde das Lied auf der Saz, der Langhalslaute, begleitet, die ein wichtiges Instrument der alevitischen Glaubenslehre darstellt. Danach begrüßte Zöhre Doğan, Obfrau des Freizeit- und Kulturzentrums der anatolischen Aleviten in Tirol, in ihrer Ansprache die Gäste.

Auch IAGÖ-Pressesprecher Rıza Sarı sprach einige einleitende Worte, stellte dabei die „Islamisch Alevitische Glaubensgemeinschaft in Österreich“ (IAGÖ) vor und erläuterte, welche Erfolge seit der offiziellen Anerkennung als eingetragene religiöse Bekenntnisgemeinschaft erzielt wurden. Er drückte unter anderem seine große Freude darüber aus, dass alevitische SchülerInnen nun an religiösen Feiertagen wie dem Opferfest oder dem Aşure-Tag auch schulfrei haben dürfen und bedankte sich in unser aller Namen beim österreichischen Staat.

Danach wurde der Dede, der alevitische Geistliche Mag. Sedat Korkmaz, auf die Bühne gebeten, um das Alevitentum vorzustellen. Das Thema seines dritten Vortrags war der Gedenkmonat Muharrem bei den Aleviten. Er erläuterte zunächst, warum der Muharrem für uns ein Trauermonat ist und erzählte von den traurigen Geschehnissen in Kerbela.

Dann ging er auf die zwölftägige Fastenzeit ein, die unsere Verbundenheit mit den zwölf Imamen ausdrücken soll. Er kam auch auf die Süßspeise Aşure zu sprechen, die am Ende der Fastenzeit gekocht und unter Nachbarn, Verwandten und Bekannten aufgeteilt wird.

Nach dem Vortrag bereitete uns Bischof Manfred Scheuer eine große Freude, indem er auch eine kurze Ansprache hielt. Vereinsobfrau Zöhre Doğan bedankte sich mit einem Blumenstrauß bei unserem hoch geschätzten Gast.

Auch dem Vortragenden Mag. Sedat Korkmaz gebührte großer Dank dafür, dass er unsere Vortragsreihe immer tatkräftig unterstützt hatte, er erhielt die Ehrenmitgliedschaft des Vereins. Daneben erhielten auch die fleißigen IAGÖ-Mitglieder Kazım Gülfırat, Rıza Sarı und Özgür Erdoğan eine Auszeichnung für ihre Mitarbeit und stete Unterstützung.

Die Veranstaltung wurde mit einer weiteren Mersiye, einem Trauerlied, beendet.

Anschließend baten wir unsere ZuhörerInnen zum Buffet, wo sie diesmal auch die Möglichkeit hatten, Aşure zu probieren. Bei Speis und Trank ergaben sich angeregte Gespräche und ermöglichten uns, einander näher kennen zu lernen und sich über den Vortrag auszutauschen.

Wir bedanken uns bei all unseren Gästen für die Teilnahme und hoffen, ihnen auch diesmal einen interessanten Abend geboten zu haben!

Auch unserem Sponsor, Taban Immobilien, vielen herzlichen Dank!

FOTOS DER VERANSTALTUNG – BITTE HIER KLICKEN!

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Plakat:

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